Streuobst Apfelsortengarten

Apfelsortengarten

Champagnerrenette

Biologie des Apfels

Eine Besonderheit des Apfels ist, dass die Blüte sich selbst unfruchtbar ist. Sie vermehren sich ausschließlich über Fremdbestäubung. Daher trägt der Apfelkern immer eine Neukombination der genetischen Informationen von Mutter und Vater. Durch die Aussaat dieser Kerne können Muttersorte oder Vatersorte nicht reproduziert werden. Die Natur be-nutzt den Vorteil der Fremdbestäubung, weil so fortlaufend eine große genetische Variabilität erzeugt wird. Dies ermöglicht ein breites Spektrum an Widerstandsfähigkeiten gegenüber Krankheiten, Schädlingen und Standortfaktoren.

Die Kunst des Veredelns

Die ersten Nachweise der Veredelungstechnik finden sich bereits 1.800 vor Christus in Mesopotamien. Von dort wurde die Technik von Persern und Griechen, später auch von den Römern nach Europa verbreitet.

Herkunft des Apfels

Der kasachische Genetiker Nikolai Vavilov hat nachgewiesen, dass die genetische Herkunft unserer Kulturapfelsorten im asiatischen Wildapfel (Malus sieversii) zu finden ist. Lange Zeit glaubte man dass unsere Apfelsorten vom heimischen Wildapfel (Malus silvestris) abstammen, dies ist jedoch genetisch nachweislich nicht der Fall.

Sorten im Wandel

Über die Jahrhunderte ja eigentlich schon Jahrtausende hat sich ein breites Sortenspektrum entwickelt. Natürlich hat jedes Zeitalter die Apfelsorten gezüchtet, die den jeweiligen zeitgemäßen Anforderungen entsprachen. So waren vor 200 Jahren lang haltbare Lageräpfel wichtig für die menschliche Nutzung. Dazu gehören z. B. Ananasrenette(1820) oder Winterrambur (ab 1700). Haltbarmachung war nur als vergorener Apfelwein oder Dörrobst möglich. Je mehr Säure desto besser der langfristige Geschmack. Erst die Erfindung der Weckgläser (1893 bekam Carl Weck das Patent) ermöglichte andere Formen der Haltbarmachung.

Heute dagegen sind alle an einen ständigen Zuckerkonsum gewöhnt und somit ist der Geschmack insgesamt mehr auf süße Sorten ausgerichtet (z. B. Gala 1934), Pink Lady 1973).

Auch die Farbe spielt heute eine große Rolle: rot kommt immer gut an!

Ausnahmen bestätigen die Regel: der giftgrüne Granny Smith (1868) ist ein Dauerbrenner.

Apfelsortengarten Richard Zorn

Richard Zorn (1860 – 1945) befasste sich mit der Apfelkunde, der Pomologie. In einem umfassenden Lexikon hat er mehr hals 1.000 Apfel- und Birnensorten gezeichnet und beschrieben. Er betrieb zunächst eine eigenen Obstbaumschule und später eigenen Tafelobstanbau. 1887 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Hofheimer Obst-und Gartenbauvereines.

Unser Apfelsortengarten

Vom Aderlseber Kalvill bis zum Zwiebelborsdorfer
Kein Anfang und keine Ende
106 Plätze für Apfelbäume und 3 Speierlinge
106 Apfelsorten aus der Fülle von Hunderten von Sorten, viele wurden eigens für unseren Sortengarten veredelt. Nur die Lokalsorte Ruhm von Kelsterbach ist mit 2 Bäumen vertreten, alle anderen Sorten stehen mit einem Baum dort.

Champagner Renette

Abstammung: Frankreich aus der Champagne, 1799
Standort: nährstoffreiche, lockere Böden mit ausreichender Wasserversorgung, nicht für kalte, nasse und trockene Lagen geeignet,
Wuchs: mittelstark, später schwach, neigt zur Vergreisung, breitpyramidale Kronenform,
Frucht: klein bis mittel, platt und flach, breite flache Kanten laufen über die Frucht, grüngelb, später wachsgelb,
Verwertung: Tafel- und Wirtschaftsapfel, Genussreife 2 - 6
Geschmack: saftig, vorwiegend säuerlich


Pflanzplan Sortengarten Diedenbergen

Unbenanntes Dokument
  6. Reihe (Osten) 5. Reihe 4. Reihe 3. Reihe 2. Reihe 1. Reihe (Westen)
  nach 1900 1800 - 1900 vor 1800
1 Haugs Seestermühler Zitronenapfel Roter James Grieve Erbachhöfer Most Gewürzluiken Rheinischer Bohnapfel
2 Alkmene Hessische Tiefenblüte Kaiser Wilhelm Roter Berlepsch Winterrambour Danziger Kantapfel
3 Ingol Weisser Klarapfel Brettacher Schöner von Nordhausen Dülmener Rosenapfel Goldparmäne
4 Kardinal Bea Ontario Gelber Edelapfel Golden Delicius Berner Rosenapfel Gravensteiner
5 Jonagold Jonathan Jakob Lebel Prinz Albrecht von Preußen Geheimrat Dr. Oldenburg Rheinischer Krummstiel
6 James Grieve Baumanns Renette Roter Astrachan Gascoynes Scharlachroter Welschisner Geflammter Kardinal
7 Ruhm von Kelsterbach   Hibernal Schöner von Herrnhut Anhalter Belgischer Schneeapfel Roter Herbstkalvill
8 Ingrid Marie Typ Karin Schneider Roter Hauptmann Riesenboiken Rheinische Schafsnase Kleiner Bohnapfel Graue franz. Renette
9 Jacob Fischer Horneburger Pfannkuchenapfel Roter Ausbacher Lütticher Ananascalvill Brauner Matapfel Dorheimer Streifling
10 Retina Königin Apfel Kaiser Alexander Zuccalmaglio Grahams Jubiläum Gelber Bellefleur
11 Rawena Piros Sommerapfel Roter Winterhimbeerapfel Croncels Maunzenapfel Roter Sternrenette
12 Pinova Schweizer Orangenapfel Finkenwerder Prinzenapfel Rotfleischiger Sämling Adersleber Kalvill Kloppenheimer Streifling
13 Mutzu Ruhm von Kelsterbach Ananasrenette  Berkersheimer Roter Neuzerling Goldrenette von Blenheim
14 Aldinger Georg Cave Heuchelheimer Schneeapfel Roter Trierer Weinapfel Hochzeitsapfel Rambacher Rosenapfel Champagner Renette 
15 Pilot Korbiniansapfel K Z 3 Winterglockenapfel Signe Tillisch Blaubacher Wädenswill Zwiebelborsdorfer
16 Elstar Grüner Fürstenapfel Zabergäurenette Kardinal Bea Wörsdorfer Limbach London Pepping
17 Gloster Odenwälder Kurzstiel Cox Orange Muskat Renette Königlicher Kurzstiel Noire de Vitry
18 Idared Ickstadter Bohnapfel Schafsnase  Krügers Dickstiel Roter Herbstcalvill Speierling
19 Hilde          
108
Blau Brunner 98/99
Grün Sieber 99/00
Rot Brunner 00/01
Schwarz Rinn 00/01
Violett Brunner 02/03

Karte:

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