{"id":4376,"date":"2021-04-01T16:42:10","date_gmt":"2021-04-01T14:42:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.streuobst-mtk.de\/?p=4376"},"modified":"2023-05-02T16:57:47","modified_gmt":"2023-05-02T14:57:47","slug":"pm-streuobstwiesen-stark-gegen-den-klimawandel-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.streuobst-mtk.de\/pm-streuobstwiesen-stark-gegen-den-klimawandel-machen\/","title":{"rendered":"PM Streuobstwiesen stark gegen den Klimawandel machen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Klimawandel bedeutet f\u00fcr die Streuobstwiesen: Trockenstress und Hitzesch\u00e4den.<\/strong><\/p>\n<p>Die Obstb\u00e4ume leiden, wie die Waldb\u00e4ume, unter der Trockenheit. Vor allem frisch\u00a0gepflanzte B\u00e4ume haben ihre Wurzeln noch nicht vollst\u00e4ndig entwickelt und m\u00fcssen in den ersten Jahren regelm\u00e4\u00dfig gegossen werden. Hohe Temperaturen von \u00fcber 30\u00b0C f\u00fchren im Hochsommer zu Sonnenbrand an den halbreifen Fr\u00fcchten. Sogar die <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2338 no-lazyload\" src=\"https:\/\/www.streuobst-mtk.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/icon-schulklasse.png\" alt=\"\" width=\"110\" height=\"110\" \/>Rinde der Obstb\u00e4ume kann Schaden nehmen und dabei fl\u00e4chig verbrennen oder aufplatzen. An diesen Sonnenbrandstellen der Rinde k\u00f6nnen Pilze und Krankheiten in den Baum eindringen.<\/p>\n<p>Wer seine Streuobstwiese ideal auf die Wetterextreme vorbereiten m\u00f6chte, kann durch eine regelm\u00e4\u00dfige Pflege die Widerstandsf\u00e4higkeit der Obstb\u00e4ume verbessern. Die traditionelle Obstbaumpflege setzt auf die Gesundheit und Selbstheilungskr\u00e4fte der B\u00e4ume:<\/p>\n<p>Eine intakte Rinde sch\u00fctzt den Baum vor Sch\u00e4dlingen und Krankheiten. Beim Baumschnitt sollten deshalb gro\u00dfe Schnittwunden vermieden werden, je weniger Rindenverletzungen ein Baum hat, umso h\u00f6her bleibt die Widerstandskraft des Baums auch bei Wetterextremen. Gegen Sonnenbrand oder Frostrisse sch\u00fctzt ein Stammanstrich, der halbj\u00e4hrlich kontrolliert und bei Bedarf nachgestrichen wird.<\/p>\n<p>In den ersten zehn Jahren ben\u00f6tigt ein Obstbaum eine intensive Pflege.<\/p>\n<p>Junge B\u00e4ume sollten nur auf geeignete B\u00f6den gepflanzt werden. Beim Pflanzen sollte gleich ein Gie\u00dfrand angelegt werden, so wird ein schnelles Wegflie\u00dfen des Wassers verhindert. Die Anbindung an einen stabilen Pfahl stabilisiert den Baum bei Wind und erm\u00f6glicht eine schnellere Verankerung der Wurzel im Boden. Eine Baumscheibe \u2013 gehackter offener Boden um den Stamm - sichert eine gute Wasser- und N\u00e4hrstoffversorgung. Das Abdecken der Baumscheibe mit Mulch w\u00e4hrend der Vegetationsperiode verringert die Verdunstung und h\u00e4lt Feuchtigkeit im Wurzelbereich. Bei W\u00fchlmausbefall wird der junge Baum in einen W\u00fchlmauskorb gepflanzt, um die Wurzel vor Fra\u00dfsch\u00e4den zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Der Stamm wird mit einem Maschendraht vor Kaninchen, Hasen und Rehen gesch\u00fctzt. Junge B\u00e4ume m\u00fcssen eine tragf\u00e4hige Baumkrone ausbilden. Durch den Erziehungsschnitt formt man eine stabile Krone, so dass tragf\u00e4hige \u00c4ste entstehen. Trotzdem sollte man im Sommer den Behang mit Obst kontrollieren, eventuell ausd\u00fcnnen, damit es nicht zum Astbruch kommt.<\/p>\n<p>B\u00e4ume die Fr\u00fcchte produzieren und junge B\u00e4ume, m\u00fcssen ihren N\u00e4hrstoffhaushalt wieder ausgleichen. Dazu werden sie w\u00e4hrend der Vegetationszeit organisch und schonend mit Kompost oder einer Mischung mit abgelagertem Mist ged\u00fcngt.<\/p>\n<p>Sch\u00e4dlinge, Pilze und Krankheiten sind genauso wie die B\u00e4ume vom Klimawandel betroffen. Auch hier gibt es Beg\u00fcnstigte, die von den steigenden Temperaturen profitieren, wie die Laubholzmistel. Sie verbreitet sich durch ihre klebrigen wei\u00dfen Beeren im Baum oder wird von V\u00f6geln weitergetragen. Auf dem Baum senkt sie ihre Wurzeln in die Leitbahnen der B\u00e4ume und saugt bis zu 30% des Wasserhaushalts und N\u00e4hrsalze auf. In Trockenperioden ist das eine zus\u00e4tzliche starke Belastung f\u00fcr die B\u00e4ume. Deshalb sollte die Mistel unbedingt aus den Obstb\u00e4umen entfernt werden.<\/p>\n<p>Auch Sch\u00e4dlingskalamit\u00e4ten treten vermehrt auf. Im Rhein-Main-Gebiet gibt es eine starke Zunahme der Apfelbaum-Gespinnstmotte. Die Raupen schl\u00fcpfen mit dem ersten Blattaustrieb der Apfelb\u00e4ume, spinnen ihr Nest und fressen gut gesch\u00fctzt die jungen Bl\u00e4tter. Nach kurzer Zeit ist der ganze Baum kahl und von Oben bis zum Boden silbrig eingesponnen. Bei allen Sch\u00e4dlingen gilt es die Anzahl der Individuen zu reduzieren. Frische Nester k\u00f6nnen kurz nach dem Blattaustrieb aus den B\u00e4umen herausgeschnitten und entsorgt werden. Die B\u00e4ume erholen sich mit einem neuen Blattaustrieb. Auch komplett eingesponnene B\u00e4ume treiben wieder Bl\u00e4tter, wenn sie gen\u00fcgend Reserven eingelagert haben.<\/p>\n<p>Viele traditionelle Methoden dienen der Reduktion des Sch\u00e4dlingsdrucks, um die Gesundheit der Obstb\u00e4umen zu unterst\u00fctzen. Vom Borkenk\u00e4fer befallene \u00c4ste sollten herausgeschnitten werden, Frostspanner werden mit Leimringen im Herbst beim Heraufklettern in die Baumkrone abgefangen. Die so gepflegten B\u00e4ume haben bessere Voraussetzungen, um sich gegen die Herausforderungen des Klimawandels zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Aktuelle Informationen \u00fcber notwendige Pflegema\u00dfnahmen finden Sie auf unserer Homepage <a href=\"http:\/\/www.streuobst-mtk.de\">www.streuobst-mtk.de<\/a> unter <a href=\"https:\/\/www.streuobst-mtk.de\/tipps\/\"><strong>Aktuelle Tipps<\/strong><\/a>, jetzt auch wieder fortlaufend auf Twitter. Die Informationen fassen wir periodisch zusammen und versenden Sie auch als Newsletter, an alle die sich daf\u00fcr registrieren. Bitte\u00a0registrieren Sie sich ganz einfach auf der Startseite unserer <a href=\"https:\/\/www.streuobst-mtk.de\">Homepage<\/a>.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich stehen wir nach wie vor allen im Main-Taunus Kreis auch gern mit Einzelberatungen vor Ort zur Seite.<\/p>\n<p>Main-Taunus Naturlandschaft und Streuobst e. V.<br \/>\n<a href=\"mailto:info@streuobst-mtk.de\">info@streuobst-mtk.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Klimawandel bedeutet f\u00fcr die Streuobstwiesen: Trockenstress und Hitzesch\u00e4den. Die Obstb\u00e4ume leiden, wie die Waldb\u00e4ume, unter der Trockenheit. Vor allem frisch\u00a0gepflanzte B\u00e4ume haben ihre Wurzeln noch nicht vollst\u00e4ndig entwickelt und m\u00fcssen in den ersten Jahren regelm\u00e4\u00dfig gegossen werden. Hohe Temperaturen von \u00fcber 30\u00b0C f\u00fchren im Hochsommer zu Sonnenbrand an den halbreifen Fr\u00fcchten. 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